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Gastbeitrag: Die lebenswichtigen Ökosystemleistungen des Waldes

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Pünktlich zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März nehmen wir euch in diesem Blogeintrag mit auf einen kleinen Exkurs: Denn neben dem E-Mail-Marketing liegt uns auch der Wald sehr am Herzen. Ungefähr ein Drittel der Fläche Deutschland ist bewaldet. Leider schreitet jedoch der Waldverlust durch die globale Entwaldung und Schädigung nach wie vor stark voran, wodurch hierzulande jährlich 10 Millionen Hektar an Waldfläche verloren gehen. Da die Waldvernichtung ein globales Problem ist, hat die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) im Jahr 1971 den Internationalen Tag des Waldes ins Leben gerufen. Doch was macht den Wald eigentlich so wichtig?

Die Bedeutung des Waldes bei der Wasserversorgung

Die Folgen unserer Konsumgesellschaft: Temperaturanstieg, Wassermangel und Extremwettereignisse sorgen in den Wäldern dafür, dass Bäume verdursten und somit keine Abwehrkräfte mehr gegen den Schädlingsbefall, zum Beispiel durch den Borkenkäfer haben oder dass regional sogar kleine Waldstücke verbrannt sind. Doch gerade im Kampf gegen den Klimawandel spielt der Wald eine unverzichtbare Rolle, denn schließlich speichert er das klimaschädliche Kohlendioxid. Durch Photosynthese wandelt der Baum das Überangebot an produziertem Kohlendioxid in Sauerstoff um und filtert Schadstoffe aus der Luft.

Die Bedeutung des Waldes bei der Wasserversorgung

Neben der Speicherung von Kohlendioxid dient der Wald auch als ein gigantischer Wasserspeicher, da der Waldboden bis zu sechs Mal mehr Wasser aufnehmen kann als andere Böden. Auf dem Weg ins Erdreich durchlaufen die Niederschläge unterschiedliche Schichten und reagieren mit dem Humus und Mineralien. Dadurch wird das Wasser gefiltert und wir erhalten unser Trinkwasser.

Der Wald als Zuhause für Flora und Fauna

Als Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tierarten ist der Wald mit Abstand die bedeutendste Vegetationsform. Zwar gibt es hierzulande durch unsere Kulturlandschaft keine Urwälder mehr, allerdings führt die Mischung aus naturnah bewirtschafteten und unbewirtschafteten Wäldern zu unterschiedlichen Strukturen somit Artenvielfalt. Manche Arten mögen die Sonneneinstrahlung, andere sind an Totholz gebunden – eben genau die benötigte Vielfalt, die unsere Wälder typischerweise bereitstellen. Und auch unterirdisch bietet der Wald Lebensraum: Steht man auf dem Waldboden, so befinden sich unter unseren Füßen mehr Lebewesen als Menschen auf der Welt leben.

Natürlich sind dies längst nicht alle Leistungen, die das Ökosystem Wald ausmachen und die so fundamental für unser Leben sind. In unserem Alltag sehen wir den Wald gern als selbstverständlich an oder vergessen seine außergewöhnlichen Leistungen komplett. Daher ist es umso wichtiger, regelmäßig auf diese Bedeutung hinzuweisen und den Wald in seiner Existenz wertzuschätzen. Nutzt daher doch den heutigen Tag für einen Ausflug raus aus der Stadt und rein in den Wald. Atmet die frische Luft bewusst ein, beobachtet das Frühlingserwachen um euch und seid dankbar für die Leistung, die der Wald unermüdlich und täglich für uns erbringt!

Doch natürlich reicht das allein nicht aus: Die Aufgabe der nachhaltigen Waldwirtschaft ist es, die Wälder auf die stetig schlechter werdenden Bedingungen durch den Klimawandel vorzubereiten. Denn nur ein intaktes Ökosystem kann langfristig überleben und die für uns so wichtigen Leistungen erbringen.

Bei diesem Beitrag hat uns Jasmin unterstützt. Sie ist studierte Forstwissenschaftlerin und eine absolute Expertin in ihrem Revier.

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