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#smwhh19 der fuchs+wald Recap

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3.000 Besucher und mehr als 200 Speaker letzte Woche in Hamburg auf der Social Media Week: Wir waren dort und fassen nach einem kurzen Durchatmen unsere Eindrücke zusammen: Spannende Themen und Diskussionen rund um Social Media Themen, die schon längst nicht mehr nur unser Online- und Offline-Leben, sondern auch unsere Gesellschaft bestimmen, ganz nach dem Motto „Stories — with great influence comes great responsibility“.

Haltung und Hysterie

Echtzeitprozesse, Shitstorms, Framings: Auch in Bezug auf Marken ein relevantes Thema. Gerald Hensel kennt Shitstorms auf Social Media aus eigener Erfahrung. Eines seiner Beispiele, der Katjes Shitstorm, in dem Katjes kritisiert, die um ihre Gelantinefreiheit auszudrücken, ein muslimisches Model einsetzten. Folge: ein heftiger Shitstorm für Katjes aus dem islamophoben rechten Lager.

Katjes Kampagne: Hidschab in der Werbung #achtetmaldrauf (Quelle: Katjes)

Sein Fazit zum Thema Shitstorms und das korrekte Verhalten von Marken: Haltung zeigen, denn dabei geht es um Markenwerte.

Alexa wird zu Relaxa

Kontrastprogramm durch Entspannung und Schlafmasken. Wie die Techniker Krankenkasse für Amazon’s Alexa ein Entspannungsprogramm entwickelt hat, stellten Stefan Sander von der Techniker Krankenkasse und Carina Carsten Casten von Elbkind in Alexa wird zu Relaxa — vom Prototyp zum Amazon-Liebling in 8 Wochen dar.

Warum ein weiter so bei Social Media nicht mehr funktioniert.

Sinkende organische Reichweite, zu viel Content, der immer stärker durch Algorithmen gefiltert ist. Mehr Budget für höhere Reichweiten und hochwertigen Content ist nötig und muss im Social Media Bereich vor dem Management gerechtfertigt werden. Demnach ist die Arbeit für Social Media Manager immer schwieriger, denn für die Rechtfertigung höherer Budgets fehlen oft generelle KPIs.

Svenja Teichman von crowdmedia kritisierte in Ihrem Vortrag “Warum ein „weiter so“ bei Social Media im Marketing keinen Sinn ergibt!” an dieser Stelle zurecht, dass im Social Media Marketing kaum allgemeingültige KPIs festgelegt sind. Analysen und Reportings finden zwar statt, werden aber nicht weitreichend genutzt. Schauen Sie sich regelmäßig Ihre Social Media Tops- und Flops an? Eine kurze Umfrage im Publikum zeigte, dass die meisten dies nicht tun.

Sie fordert eine nachhaltige Content-Marketing-Strategie, die nachhaltig sein muss und in der alles, nicht nur die Social Media Kanäle, zusammenspielen.

Visual Storytelling mit Instagram

Kristina Kolbilke über Instagram Stories auf der Social Media Week in Hamburg

Über den rasanten Aufstieg von Instagram Stories als DAS Content-Format schlechthin mit mittlerweile 500 Mio. aktiven Nutzern täglich (Quelle: futurebiz) haben wir bereits hier berichtet. Kristina Kobilke sprach in ihrem Vortrag “Visual Storytelling mit Instagram — Stories, die begeistern” darüber, wie Marken und Influencer Beziehungen zu Ihrer Community aufbauen. Dies geschieht oft durch Stories und das persönliche Auftreten wie Reporter aus dem eigenen Leben.

Ein toller Vortrag, in dem Kristina Kobilke nicht nur über die Relevanz von Stories in Bezug auf persönlichen Beziehungsaufbau zu potenziellen Kunden spricht, sondern auch tolle Beispiele und Handlungsempfehlungen für inspirierende Story-Formate vorstellt.

Building Communities

Vortrag von Emily Joy Rothchild über die Bedeutung von Communities

Die Bedeutung von Communities für Marken wie Ritter Sport betont Emily Joy Rothchild von elbkind in ihrem Vortrag über die Bedeutung von Community Management.

Communities sollten stärker eingebunden werden, Ihnen sollte stets zugehört werden und die Community genutzt werden, Fans der Marke zu involvieren. Communities sind eine Quelle für Insights, die dazu dienen können, Produkte und Marken zu entwickeln. 
So hat sich das Social Listening im Falle von Ritter Sport ausgezahlt. Auf die von Fans kreierten Fake Sorten wie “Ritter Sport Mett” gab es fast ausschließlich positives Feedback und ein hohes Engagement und eine Menge interessanter Fake-Sorten.

Fazit: Durch Brand Communities wird der Zusammenhalt gestärkt.

Die lustige Zeit in Social Media is over

Ann-Kathrin Büüsker von Deutschlandfunk und Nora Haak von BCW globalbetonen in ihrem Vortrag “Die lustige Zeit in Social Media is over” die Wichtigkeit, bedeutende Beziehungen zu schaffen. Sie unterstreichen auf der Social Media Week 2019 zu Recht das Risiko, dass durch die unzähligen Mengen an Daten die Gefahr besteht, dass sich jeder einzelne in seiner Meinung einfacher bestätigt fühlt, da persönliche Meinungen einfacher sichtbar sind und Menschen sich durch Social Media mit scheinbar vielen Gleichgesinnten einfacher bestätigt fühlen. So besteht die Gefahr, dass sich diese Wahrnehmungen auch in Offline-Räume transferieren. 
Zurecht rufen beide dazu auf, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, welche Verantwortung jeder einzelne trägt, denn alleine durch Teilen wird Aufmerksamkeit gelenkt.

Ein Beispiel ist der erfundene Tod eines Flüchtlings vor dem Lageso, der durch einen falschen Tweet eines Helfers erfunden wurde und so durch Teilen von den Sozialen Medien in öffentliche Medien schwappte und große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

Allerdings betonten die beiden Frauen in Ihrem Dialogvortrag auch positive Effekte, wie die Sichtbarkeit für Randthemen durch Social Media.

Fazit: Relevante Themenschwerpunkte über Storytelling, Reichweite über rechtliche Restriktionen besonders für Influencer bis hin zu Verantwortung und Haltung von Marken spiegeln die Bedeutung von Social Media nicht nur für Marketer, sondern auch für unsere Gesellschaft wider. Wir sind gespannt auf die Social Media Week 2020!

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